Schlagwortarchiv: Kinderstimmbildung
Das Mühlenspiel – Bewegung im Kreis
Bei vielen Sing- und Leierspielen ist das Gehen im Kreis, gefasst an den Händen, Voraussetzung für das Spiel. Leider ist diese Bewegungsform heute nicht mehr selbstverständlich, auch nicht für Kindergartenkinder. Dabei lieben Kinder Kreisspiele!
Am einfachsten lassen sich diese Spiele als Bestandteil von Ritualen einführen und etablieren, auch wenn es immer wieder Kinder gibt, die sich scheuen, andere anzufassen. Ich mache die Erfahrung, dass diese Scheu schnell überwunden wird. Dem Vorschlag von manchen Pädagogen, dass die Kinder alternativ ein Tuch zwischen sich fassen, folge ich nicht, weil er für die musikalische Aktion nicht sinnvoll ist: Zum Einen wird die Ablehnung des Anfassens unterstützt, zum Anderen fehlt der direkte körperliche Kontakt, durch den diese Spiele erst richtig funktionieren.
Verhelfen wir unseren Kindern zu taktilen und sozialen Erfahrungen! Wenn sie an beiden Händen Partner fühlen, erleben sie sich als einen Teil im geschlossenen Kreis, der dazugehört. Einführen lässt sich das Gehen – ja sogar das Rennen im Kreis – mit dem kurzen Liedvers “Die Mühle geht langsam” ganz musikalisch in zwei verschiedenen Geschwindigkeiten: langsam und schnell.

- Tempo in der ersten Zeile: (Storchen-) Schritte mit hochgehobenem Knie auf Halbe.
- Tempo in der 2. und 3. Zeile: (Trippel-) Schritte auf Achtel. (Mit Kindern ab fünf Jahren machen Laufschritte viel Spaß. Die Kinder müssen eine gute Handverbindung haben, sich sicher fühlen und achtsam sein.)
Die Mühle – eine Vorübung für andere Kreis- und Leierspiele
Das Lied ist eine optimale Vorübung für ähnliche Spiele. Dabei ist das Singen aller Kinder die musikalische Grundlage, auf der das Tempo für die Bewegung – im gemeinsamen Metrum – entsteht. Die Kinder “zur Mühle” zusammenzurufen, wird zum Ritual, wenn anschließend gleich ein neues oder ein anderes Kreisspiel gesungen werden soll oder wenn für eine andere Aktion der Kreis benötigt wird.
Die Mühle – als Unterbrechung oder Übergang
“Die Mühle” zu singen und sich dafür in Bewegung im Kreis zusammenzufinden bietet sich auch als Unterbrechung oder Übergang innerhalb einer Schulstunde oder Chorprobe an. Die kurze und intensive Aktivität macht müde Kinder munter und konzentriert sie neu.
Die Mühle – als Partnerspiel
Beim Partner-Mühlenspiel stehen zwei Kinder einander gegenüber und reichen sich über Kreuz die Hände. Sie bringen ihre Füße nah zueinander, lehnen sich zurück und halten sich mit ausgestreckten Armen gut fest.
Erst langsam, dann schnell setzt sich die Mühle mit ganz kleinen Schritten – fast nur auf der Stelle – in Bewegung. Eine wichtige Übung für das Gleichgewicht und das Vertrauen in den anderen!
Weitere Kreisspiele und Ausführungen dazu in “Toni singt – Handbuch für das Singen in der Kita” © 2019 Schott Music GmbH & Co. KG Mainz (S. 76 und 77). Einblick ins Buch: https://www.schott-music.com/de/toni-singt-no386519.html
Fangen: “Ich lauf’ schnell, mich kriegst du nie!”
So und Mi zeigen und singen – in beliebten Gruppenspielen
Das klassische Fangspiel lässt sich In Verbindung mit diesem kurzen Vers auf bekannte Weise spielen. Lediglich die Konzentration für das Singen des Liedchens nach jedem Fängerwechsel muss gegeben sein. Dabei stehen alle dort still, wo sie gerade sind.

Welchen Takt wählen?
Ganz bewusst schlage ich zwei Möglichkeiten vor. Jede macht allein durch die verschiedenen Silbenlängen und Taktbetonungen einen Unterschied. Dieser ist herauszufinden!
Die Entscheidung für den Dreier- oder den Vierertakt fällt der/die Anleitende allein oder gemeinsam mit der Kindergruppe. Es ist ratsam, sie für das Spiel anschließend beizubehalten.
Wie anstimmen?
Das notierte Beispiel in E-Dur zeigt die Orientierung auf die Kindersinglage an, in der der Vers auf der Rufterz (Quinte und Terz der Dur-Tonleiter) vorgesungen und eingeübt werden sollte.
Später im Spiel wird er vom Fänger spontan und in relativer Tonhöhe angestimmt. Alle Spieler übernehmen diese Tonhöhe, die der nächste Fänger neu bestimmen kann.
Das Spiel
In einem eingegrenzten Feld, das zu Spielbeginn festgelegt wurde, stehen alle durcheinander. Ein Spieler ist der “Fänger”. Er singt: „So Mi (Mi), So Mi (Mi)“ und zeigt die Handzeichen dazu. Das wiederholen alle anderen, vervollständigen das Lied und rennen anschließend los.
Jetzt kann das Fangen beginnen! Sobald der Fänger eine Mitspielerin berührt, wird diese zum neuen Fänger und alle bleiben stehen, wo sie gerade sind. Sie singt: „So Mi (Mi), So Mi (Mi)“ und alle Kinder antworten, bevor sie wieder losrennen …
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